29. Mai 2026

#95 Wie kommt man vom Trabi zum Tesla in der Biotech-Forschung? Die Antikörper-Pionierin Katja Hanack

#95  Wie kommt man vom Trabi zum Tesla in der Biotech-Forschung? Die Antikörper-Pionierin Katja Hanack
#95  Wie kommt man vom Trabi zum Tesla in der Biotech-Forschung? Die Antikörper-Pionierin Katja Hanack
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In dieser Folge sprechen wir mit Prof. Dr. Katja Hanack, einer Expertin für Immunologie und leidenschaftlichen Unternehmerin. Als Gründerin und CEO der new/era/mabs GmbH pendelt unsere heutige Gästin zwischen Potsdam und dem Tech-Hotspot der San Francisco Bay Area. Vor ihrem Sprung in die Start-up-Welt war sie 10 Jahre lang als Professorin für Immuntechnologie an der Universität Potsdam tätig. Dort entwickelte sie mit ihrem Team Technologien, um Antikörper und Nanobodies schneller und effizienter zu produzieren. Mit einem PhD in Immuntechnologie und einem MBA in Biotechnologie bringt sie wissenschaftliches Know-how und Geschäftssinn zusammen. Davon profitiert auch die nächste Generation: Sie gibt ihre Erfahrung als SPARK Advisor und als Mentorin im Nucleate Netzwerk weiter.

Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen einer Karriere, die konsequent den Brückenschlag zwischen exzellenter Forschung und direktem medizinischen Nutzen sucht.

Der Weg der "sturen" Optimistin

Aufgewachsen in einem kleinen Dorf an der Ostsee, führte Katja Hanacks Weg über das Biologiestudium in Rostock und Berlin hin zur angewandten Forschung. Schon früh spürte sie den Drang, nicht nur Grundlagen zu erforschen, sondern Lösungen für reale medizinische Probleme zu finden.

  • Fokus Immunologie: Inspiriert durch die Komplexität der Biologie spezialisierte sie sich auf Antikörpertechnologien.

  • Transfer-Mentalität: Bereits während ihrer Promotion meldete sie privat ihr erstes Patent an.

  • Wissenschaft & Wirtschaft: Neben ihrer Forschungsgruppe absolvierte sie einen berufsbegleitenden MBA, um die Welt des Entrepreneurships besser zu verstehen.

Innovation: Vom "Trabbi zum Tesla" der Antikörper

Katja Hanack revolutionierte die Art und Weise, wie Antikörper hergestellt werden. Ihr Ziel: Den Prozess schneller, effizienter und ethischer zu gestalten.

  • In-vitro-Verfahren: Sie entwickelte Methoden zur Antikörpergewinnung außerhalb des Tierkörpers, um Tierversuche zu minimieren.

  • Kameliden-Power: Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Antikörpern von Lamas und Alpakas, die aufgrund ihrer speziellen Struktur große Vorteile für die Therapie bieten.

  • One Health: Die Erkenntnis, dass die Gesundheit von Mensch und Tier untrennbar verbunden ist, bildet das Fundament ihrer aktuellen Arbeit.

  • Effizienzsprung: Durch Automatisierung und neue Display-Systeme konnte die Entwicklungszeit um das Vierfache beschleunigt werden.

  • Preparedness: Katja plädiert daher dafür, diagnostische und therapeutische Tools bereits vor dem nächsten Pandemie-Ausbruch bereit zu haben.

Katjas 3 Key Learnings für Science-Startups

  1. Niemals aufgeben: Bleibe stur und halte an deiner Vision fest, egal wie negativ das Feedback ist.

  2. Netzwerke nutzen: Baue dir ein Umfeld aus Mentoren und Unterstützern auf, die deine duale Rolle verstehen.

  3. Authentisch bleiben: Frage dich immer, was du erreichen willst, und bleibe dir selbst treu.

Ausblick: Nach zehn Jahren erfolgreicher Arbeit in Potsdam führt Katja Hanacks Weg nun zurück in die USA an die UC Santa Cruz, wo sie ihre Erfahrungen in die nächste Generation von Wissenschaftlern einfließen lässt.

Kontakt: Vernetzt euch mit Katja Hanack am besten direkt über LinkedIn.