#96 Co-Value Creating: Warum klassischer B2B-Vertrieb ein Systemfehler ist – mit Klaus Schein
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Warum scheitern B2B-Innovationen oft nicht an der Technologie, sondern schlichtweg am System?
In Folge 96 von Working with Startups from Science begrüßt Host Nicolas Rode Klaus Schein, den Programmdirektor für Co-Creation an der Steinbeis-University Schools of Next Practices in Berlin und Autor des Fachbuchs „Co-Value Creating – Mit strategischen Kunden nachhaltig wachsen“.
Klaus blickt auf eine über 45-jährige Karriere zurück, von den Anfängen als Entwicklungsingenieur bei Rohde & Schwarz über Stationen bei HP, GE und Rockwell Automation bis zu seiner heutigen Rolle als Architekt für moderne Zusammenarbeit.
Das Kernproblem: Die Sackgasse der Vorleistungen
Viele Unternehmen stecken in einer lähmenden Falle : Kunden fordern hochspezifische Gesamtlösungen an. Das Engineering investiert beträchtliche Ressourcen und Know-how in detaillierte Angebote. Am Ende legt der Anbieter sein geistiges Eigentum offen , woraufhin der Einkauf das Konzept nutzt, um den Preis im Gespräch mit Mitbewerbern drastisch zu drücken. Das führt zu einem Teufelskreis aus extremem Margendruck und Innovationsstau.
„Wir verlieren nicht wegen Technik oder Beziehung. Wir verlieren wegen des Systems.“ – Klaus Schein
Wenn der Anbieter in Vorleistung geht und der Kunde erst sehr spät entscheidet, entsteht ein einseitiges Risiko, das wertvolle Kapazitäten bindet und mühsam erarbeitetes Know-how abfließen lässt.
Die Lösung: Co-Value Creating (CVC) & „Beweis vor Budget“
Die Antwort auf dieses Dilemma lautet Co-Value Creating (CVC). Das Prinzip bricht radikal mit der rein transaktionalen Logik und setzt konsequent auf das Credo „Beweis vor Budget“. Leistung wird direkt an verbindliche Entscheidungen gekoppelt. Hierzu dient der von Klaus Schein entwickelte evolutionäre VICI-Prozess.
Kultureller Wandel und Steuerungsinstrumente
Klaus schöpft aus Erlebnissen bei HP („HP Way“) und GE, wo Jack Welch als „Chief Fun Officer“ Vorgesetzte als Wegräumer verstand. Um Silokämpfe zu überwinden , entwarf er eine Matrix, welche die Beidhändigkeit (Ambidextrie) zwischen dem Nutzen des Bestehenden (Exploit) und dem Erkunden des Neuen (Explore) sichert und vier Basiskulturen integriert: Stabilität, Agilität, Leistung und Innovation.
Für die operative Umsetzung bietet CVC konkrete Steuerungswerkzeuge : den CVC-Index mit dem Value Influence Score (VIS) und Work Probability Index (WPI) , das prozessagnostische VOTE-Modell , das Prisma-Modell für vier Dimensionen (strategisch, kaufmännisch, operativ, technisch) sowie das RISE-Framework zur Skalierung.
Hinzu kommt die IPPP-Logik (Invest in People & Planet to multiply Profit) : Wer konsequent in Mitarbeiter und Nachhaltigkeit investiert, realisiert Einsparungen und generiert eine enkeltaugliche Rendite.
Für wen ist diese Folge relevant? Inhaber, Geschäftsführer, Vertriebsleitungen, Key Account Manager sowie Verantwortliche aus Engineering und Operations.
Jetzt reinhören auf podcast.startupsfromscience.de und den Systemfehler beheben!
Website: covaluecreating.com | Kontakt: linkedin.com/in/klaus-schein
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Klaus Schein (Dipl.-Ing. FH) ist Autor des Buchs „Co-Value Creating – Mit strategischen Kunden nachhaltig wachsen“ (Haufe) sowie Programmdirektor für Co-Creation an der Steinbeis-University Schools of Next Practices in Berlin. Er verbindet technische Kompetenz mit Leadership und begleitet Unternehmen seit über 20 Jahren als Consultant, Trainer und Coach in den Bereichen Führung, Marketing und Vertrieb. Durch seine Erfahrung bei HP, GE und Rockwell Automation kennt er die Realität komplexer B2B-Projekte aus der Innenperspektive. In Co-Value-Creating-Projekten orchestriert er die Zusammenarbeit von Kunden und Lieferanten zu einem gemeinsamen Projektweg mit klaren Absprachen, geteiltem Risiko und sichtbaren Nutzenbelegen. Sein Ziel: Vorleistungen schützen, Wertbeiträge belegbar machen, Innovationen fördern und Wachstum planbar machen.
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