Zwei Systeme, zwei Spielregeln. Tech Transfer Offices richtig steuern.
Stell dir vor, du entwickelst eine bahnbrechende Technologie, aber deine eigene Universität verklagt dein Startup auf unglaubliche 400 Millionen Dollar. Genau das passierte 1976 im berühmten Genentech-Fall. Wem gehört deine Forschung also wirklich, wenn es plötzlich um die kommerzielle Verwertung geht?
Für Science-Tech-Gründer ist die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft oft ein Minenfeld. Ignorierst du die Spielregeln des Technologietransfers, riskierst du nicht nur wertvolle Patente durch unbedachte Konferenz-Abstracts, sondern verlierst im schlimmsten Fall die Rechte an deiner eigenen Erfindung. Wer hier Fehler macht, verbaut sich den Weg zur erfolgreichen Ausgründung.
In dieser Episode spreche ich mit Ruth Herzog, die über 28 Jahre lang den Technologietransfer am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) geprägt und aufgebaut hat. Als promovierte Biochemikerin, ehemalige Pharmamanagerin bei Roche und TTO-Pionierin bringt sie die Perspektiven beider Welten zusammen. Sie zeigt uns, wie Wissenschaftler:innen und Tech Transfer Offices erfolgreich kooperieren können, anstatt gegeneinander zu arbeiten.
Das erwartet dich in dieser Episode:
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Der Genentech-Krimi: Warum unklare Eigentumsverhältnisse an Universitäten in millionenschweren Klagen enden können und wie du das vermeidest.
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Die 30-Prozent-Regel: Wie das Arbeitnehmererfindergesetz funktioniert und warum Erfinder (angelehnt an das US-Modell) oft lukrativ an Erlösen beteiligt werden.
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Patent vs. Publikation: Warum bereits ein einziger unbedachter Satz in einem Konferenz-Abstract neuheitsschädlich ist und deine Patente wertlos machen kann.
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Die harte Realität: Warum schätzungsweise 90 bis 95 Prozent aller Uni-Erfindungen nie wirtschaftlich angewendet werden.
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Spin-off Secrets: Warum externe CEOs und Managementexpertise für den Erfolg von wissenschaftlichen Ausgründungen oft entscheidender sind als die Forscher selbst.
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Autor
Dr. Ruth M. Herzog: Wie aus Forschung Innovation wird
Wie schafft es eine gute Idee aus dem Labor in die Anwendung? Dr. Ruth Herzog kennt den Weg. Mehr als zwei Jahrzehnte lang hat sie im Technologietransfer der Lebenswissenschaften gearbeitet: von 1997 bis 2020 am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), zunächst als Leiterin der Stabsstelle Technologietransfer, später als stellvertretende Leiterin des Innovationsmanagements.
Sie hat geistiges Eigentum geschützt, Lizenzen verhandelt, Ausgründungen begleitet und strategische Allianzen mit der Industrie aufgebaut. Dabei kommen ihr ihre drei Standbeine zugute: eine Promotion in molekularer Tumorbiologie, ein Biologiestudium und ein Master in Wirtschaft und Management. Zusätzlich ist sie zertifizierte Technologietransfer-Managerin (Registered Technology Transfer Professional, RTTP).
Seit ihrem Ruhestand im Oktober 2025 hört sie nicht auf, ihr Wissen weiterzugeben: Sie lehrt seit vielen Jahren Innovation und Transfer an der Universität Speyer und ist unter anderem als Expertin für die EU tätig.
Ihre Leidenschaft gehört außerdem dem Freiwasserschwimmen. Heute gibt sie Schwimmunterricht für Kinder und Nichtschwimmer.
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